Christen in Syrien

Wieviele Christen gibt es in Syrien

Christinnen und Christen in Syrien gibt es schon seit kurz nach der Kreuzigung Jesu – Petrus und Paulus waren in Antiochia, das damals zu Syrien gehörte. Vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges 2011 lebten mehr als eine Million Christinnen und Christen in Syrien. Protestantinnen und Protestanten gibt es dort seit Beginn des 19. Jahrhunderts, damals kamen Missionare ins Land und gründeten Schulen. Die Zahl der syrischen Protestanten dürfte derzeit bei rund 25.000 liegen, wie viele von ihnen noch im Land sind oder in Flüchtlingslagern im Libanon, ist unklar. 

Pastor aus Syrien ist zu Gast in Hannover

Voraussichtlich im November wird der syrische Pastor Mofid Karajili in Hannover vom Leben der evangelisch-presbyterianischen Gemeinde in Homs berichten. Die Stadt ist die drittgrößte des Landes, vor dem Bürgerkrieg hatte sie über eine Million Einwohner. Karajili kommt auf Einladung der Landessynode, dem Parlament der Landeskirche, nach Deutschland und des Gustav-Adolf-Werks nach Deutschland.

Karajilli war bis vor Kurzem Pastor der Gemeinde, jetzt arbeitet er für die Evangelische Nationalsynode von Syrien und Libanon (NESSL). „Unsere Kirche ist in der Zeit des Krieges eine bessere Kirche geworden“, hat Karajili im Frühjahr Besuchern vom Gustav-Adolf Werk (GAW) in Homs berichtet. Der Pastor: „Sie lebt Solidarität und steht an der Seite ihrer Leute und der Leute in Not.“ Der Krieg hat die Gemeinde hart getroffen, die Frontlinie zwischen Regierungstruppen und so genannten Rebellen verlief mitten hindurch. Die Kirche war in der Hand der Islamisten. „Wenn ich sehen wollte, ob unsere Kirche noch steht, bin ich auf das Dach des Altersheimes gestiegen.“ Die Islamisten hätten den Kirchsaal verwüstet und geplündert. Das Dach sei von Geschossen durchlöchert gewesen.  „Wir haben unsere Kirche mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut“, sagt Karajili, „In großer Dankbarkeit haben wir Weihnachten 2015 unseren ersten Gottesdienst in der Kirche gefeiert.“

Heute arbeitet die 500 Mitglieder starke Gemeinde für den Frieden in der Stadt. „Space for Hope“ – Raum für Hoffnung – heißt ihr Projekt. Es bringt junge Christen, sunnitische Muslime und Alawiten zusammen. Alle leiden unter den Folgen des Krieges, viele von ihnen haben ihr Zuhause, Verwandte und Freunde verloren. Pastor Karajili betont: „Unsere Kinder müssen nach diesem schrecklichen Krieg einen Weg finden, in Frieden miteinander zu leben.“

Karajilis Erlebnisse sind ausführlich nachzulesen in einer aktuellen Veröffentlichung des GAW zur Situation evangelischer Christinnen und Christen in Syrien. Das GAW ist die Hilfsorganisation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für verfolgte evangelische Christen. 

Gustav-Adolf-Werk